Einige Jahre später bot das inzwischen weit verbreitete schwedische Möbelhaus auch Webstühle zum Verkauf an. Ich stand damals oft sehnsüchtig davor, war aber weit davon entfernt, einen davon kaufen zu können. Er war zu teuer und an Platz hätte es auch gemangelt. Trotzdem kam ich in den Genuss, an verschiedenen Webstühlen zu weben. In meinem damaligen Wohnort eröffnete ein Naturwollladen, in dem auch diverse Webstühle standen und dessen Besitzerin bot Kurse an. Ich meldete mich an und verbrachte zwei Wochenenden (schätze ich) damit, mir einen dicken Teppich zu weben, den ich leider nicht mehr besitze. Außerdem entstanden zwei Decken:
Diese Decken sind inzwischen ungefähr 31 Jahre alt, daher gibt es Gebrauchsspuren.
Das eingewebte Muster ist noch vage zu erkennen. Durch Waschen und Darauf-Sitzen ist die Wolle etwas verfilzt.
Doch dies deutet darauf hin, dass diese beiden Stücke auch wirklich gebraucht werden:
Irgendwo existiert auch noch ein Foto, auf dem unser Sohn als sehr kleines Baby in die bräunliche Decke eingewickelt, zu sehen ist.
Dieser Sohn stellte Jahre später diesen Teppich her. Auch er hatte kontinuierlich Handarbeit und Werken auf seinem Stundenplan.
Als letztes Stück beim Hausrundgang noch ein Geschenk einer Freundin, auch Gewebtes:
Nun aber zu meinen Web-Versuchen, die ich anlässlich der Stoffspielerei angefertigt habe.
Zuerst überlegte ich, Filzwolle grob zu weben und anschließend zu verfilzen und so neue Sitzkissen für die Küchenstühle herzustellen. Leider fehlte mir die Zeit und nun habe ich einen Teststreifen für Badezimmergardinen hergestellt.
Auf einem alten Leinenstück entstanden drei fein gewebte Quadrate.
Die Originalgröße beträgt etwa 4 x 4 cm
Ich habe auch kleine Muster ausprobiert. Bei nur 12 Kettfäden ist das allerdings sehr begrenzt.
Bei dem Quadrat in der Mitte ist mir ein beliebter Fehler während des Webens passiert: die Schussfäden habe ich wohl zu stark angezogen. Erst beim untersten fiel mir wieder ein, was ich im Webkurs gelernt hatte: den Schussfaden als Bogen durch die Reihe weben und dann nach unten schieben. Das geht bei einem großen Webstück natürlich besser, denn da hat man den Kamm, der den Schussfaden gleichzeitig nach unten schiebt.
Als Fensterbild gefällt es mir ganz gut! Eine Gardine ist natürlich zeitaufwändig. Für die drei Quadrate benötigte ich 3 bis 4 Stunden.
Vielen Dank, Frau Nahtzugabe für diese Themenvorgabe! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Und nun bin ich gespannt, welche Webereien noch entstanden sind.
































