Mittwoch, 5. Oktober 2016

Herbstjacken-Knit-Along 1. Zwischenstand

Drei Tage nachdem Sylvia die nächste Runde einläutete bekommt ihr nun auch meine Fortschritte zu sehen. Ich sage nur: das Ergebnis ist nicht berauschend. Aber als Pädagogin denke ich natürlich Ressourcen-orientiert und so kann ich mitteilen, dass ich ein schönes Muster gefunden habe. Falsche Zöpfe sind genau mein Ding, sie lassen sich leicht stricken und sehen schön aus.



Während ich in den letzten Tagen mit Wanderrucksack auf dem Rücken durch den Solling stiefelte, mein Strickzeug natürlich dabei, begann ich den ersten Ärmel zu stricken   blieb mein Strickzeug zuhause. Bis zuletzt habe ich hin und her überlegt, mich dann jedoch dafür entschieden, Wolle und Nadeln nicht mitzutragen. Und das war gut so. Denn abends war ich so müde, dass da nichts gescheites bei heraus gekommen wäre.





Und dies ist mein etwas klägliches Ergebnis. Aber was solls, wichtig ist ja erstmal, dass es Spaß macht. Ich bin jedoch guter Dinge, dass ich bald ein gutes Stück weiterkommen werde, denn ich habe nächste Woche Urlaub.



Sylvia stellte ja einige neugierige Fragen und ich bin begeistert, dass so viele von euch diese Fragen auch aufgegriffen haben. Ich habe schon einige Erzählungen mit Begeisterung gelesen! Und nun kommt ein bisschen etwas von meiner Geschichte mit dem Stricken:

Wie lange strickst du schon?
Lange schon. In der Schule hatten wir (als Mädchen) Handarbeitsunterricht, ich glaube ab Klasse 3.
Handarbeit gehörte allerdings nicht zu meinen Lieblingsfächern. Sticken und Häkeln ging einigermaßen gut, beim Stricken fand ich die Hausaufgaben immer sehr nervig. Am Nachmittag vor dem Unterricht musste ich mich meist noch schnell daran machen, die Zentimeter zu stricken, die wir innerhalb einer Woche zuhause schaffen sollten. Meine Mutter half mir einige Male. Wenn die Lehrerin das gemerkt hat, hat sie nie etwas dazu gesagt. Wahrscheinlich war sie froh, wenn ich mit meinen Sachen endlich fertig geworden bin. Ich war immer eine der letzten!
Richtig gern strickte ich, sobald ich die Schule abgeschlossen hatte. In der Ausbildung zu der zwei Jahre Fachschule gehörte, strickten fast alle während des Unterrichts. Das war bei einigen Lehrer_innen nicht gern gesehen und wir diskutierten oft, ob Stricken nun vom Unterrichtsstoff ablenkt oder nicht.
In den 80ern gab es viele schöne Wollläden und ich strickte sehr viel: in der Warteschlange, im Bus usw. In den 90ern gab es höchstens mal einen Pulli für die Kinder oder auch kleine Wolltiere oder Zwerge.
Seit vier Jahren stricke ich wieder regelmäßig. Inzwischen bin ich meinem Ziel von vor 30 Jahren wieder nahe gekommen: damals wollte ich ausschließlich selbstgestrickte Pullover im Schrank haben. Heute gibt es kaum gekaufte Strickjacken. Pullis stricke ich nicht mehr.

Wer hat dir das Stricken beigebracht?
Obwohl meine Mutter viel strickte, glaube ich, dass ich das Stricken von meiner Handarbeitslehrerin Frau B. gelernt habe.

Kannst du dich an dein erstes Strickstück erinnern ?
Das war eine Pudelmütze, glaube ich. Obwohl mich meine Erinnerung da auch trügen kann. Denn gleich in der Runde zu stricken ist für Strickanfängerinnen ja recht herausfordernd. Wahrscheinlich gab es doch erst irgendein Übungsstück.
Als Kind habe ich meine "Mode-Puppen" (die "NICHT-Barbies") mit gestrickter und selbstgenähter Kleidung versorgt.

Wie alt ist das älteste Strickstück, welches du noch besitzt? Hast du ein Foto davon?
Ich habe nichts mehr von ganz früher. Beim letzten Flohmarkt verkaufte ich eine Strickjacke die schon etliche Jahre auf dem Buckel hatte. Aber von meiner Oma besitze ich noch ein Paar Socken, die sie aus gesponnener Schafwolle gestrickt hat. Sie starb vor 19 Jahren und die Socken sind etwa 25 Jahre alt.



Wird bei dir in der Familie gestrickt?
Meine Schwester strickt sehr viel und sehr schöne Muster. Meine beiden Nichten haben das Stricken in den letzten Jahren auch für sich entdeckt. Meine Mutter strickte früher Pullover und Westen usw. Heute versorgt sie die ganze Familie samt Kinder und Kindeskinder mit Socken. Die Oma mütterlicherseits strickte ebenso und die Großmutter väterlicherseits war die Häkel-Expertin. Sie brachte mir schon sehr früh das Häkeln bei.

Strickst du nur für dich oder auch für andere?
Früher gab es mal den einen oder anderen Pullover für den Liebsten. Jetzt stricke ich fast nur für mich selbst. Manchmal stricke ich Pulswärmer oder Tücher für Menschen, die das zu schätzen wissen.

Wie reagiert deine Umgebung auf dein Hobby?
Oh, das ist sehr positiv! Ich habe viele Freundinnen, die gerne stricken und bei Festen und Feiern bin ich nicht die einzige, die strickt oder häkelt. Das finde ich sehr schön, dass dies wieder so salonfähig geworden ist. Wie auch schon andere schrieben, findet sich viel Anerkennung für selbstgestrickte Teile.  Das freut mich, nicht nur, weil ich ja auch stolz auf meine Werke bin, sondern weil das selber hergestellte  bei vielen immer noch einen hohen Stellenwert hat.

Hast du Lieblingswolle oder Nadeln?
Ich stricke sehr gern mit den knit-pro-Holznadeln. Ich finde das System genial, denn ich lege z. B. die Schulter-Maschen still und stricke sie dann zusammen. Dazu habe ich eine Vielzahl an Seilen angeschafft, damit ich die Maschen nicht auf einen Wollfaden fädeln muss. Die Nadeln drehen sich bei mir fast nie auf und mir sind auch nicht so viele Nadeln zerbrochen.
Meine Lieblingsgarne sind Merino und Alpaca. Und ich stricke gern mit Nadelstärken zwischen 3,0 und 3,5.

Die Fragen haben Spaß gemacht. Am Freitag kommen Strick-Freundinnen zu mir zu Besuch. Ich glaube, denen stelle ich auch mal die eine oder andere Frage!

Und nun reihe ich mich ein in die Liste der Mitstrickerinnen, die sich diesmal bei Sylvia versammeln.





Kommentare:

  1. Dein Muster muss ich mal genauer anschauen, und dein Steckbrief ist sehr interessant! Ich traue mich nie bei Festen , Feiern oder so zu stricken. ..vielleicht sollte ich das wirklich mal machen !
    Liebe Grüße Stella

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  2. Die Kombination aus Zopf und Perlmuster gefällt mir sehr . Da hast du tatsächlich in der Schule Stricken gelernt und kein Trauma davon getragen . Ich habe erst durchs bloggen Leute kennen gelernt, die auch sehr gern stricken.
    Liebe Grüße
    Sylvia

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  3. Ein schönes Muster hast du augewählt.
    Und ich hoffe auch auf meinen Urlaub. Denn meine Jacke ist ja so lang!!!
    Und auch deine Strickgeschichte habe ich gelesen. Das war eine superschöne Idee von Sylvia!

    Gruß Marion

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  4. Ja, Urlaub ist gut für's stricken! Ich bin ab morgen fast drei Tage mit der Bahn unterwegs, da hoffe ich auf die Stunde der Wahrheit - sprich: herauszubekommen, wie weit ich mit meiner Wolle kommen werde. Auf Festen oder in geselliger Runde zu stricken habe ich mich noch nicht getraut, dabei kann man dann so schön zuhören und wenn es doch langweilig sein sollte, hat man wenigsten die Zeit nicht vertan. Ich habe schon überlegt, im Konzert bei den nervigen 5 - 10 minütigen Uraufführungen, auf denen der Cottbuser GMD besteht, zu stricken, quasi als Protest, aber aus Rücksich auf meinen nicht ganz so schmerzfreien Mann verzichte ich darauf.
    Ich mag Dein Muster mit den falschen Zöpfen, für mich sehen die ziemlich echt aus und sehr hübsch.
    LG, Stefanie

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